Google und Yahoo bekommen Konkurrenz durch Wikipedia-Gründer
Die Ankündigung von Wikipedia Mit-Begründer Jimmy Wales, eine eigene Suchmaschine starten zu wollen, hat dieser Tage für Aufsehen gesorgt. Doch im Gegensatz zu Wikipedia, welches sich nur aus Spenden finanziert und quasi der Internet-Gemeinschaft höchselbst „gehört", will Wales die neue Suchmaschine mit seinem eigenen Unternehmen betreiben.
Während Wikipedia keine kommerziellen Interessen verfolgt, soll mit Wikia Search, os der Titel, Geld verdient werden. Und zwar mit Werbung, die allerdings von den Suchergebnissen deutlich getrennt, eingeblendet werden soll. Das Prinzip jedoch, dass die Internetgemeinde kostenlos Inhalte beisteuert, diese pflegt und überwacht, soll bestehen bleiben.
Da Computer genau dort schlecht sind, wo es um eine redaktionelle Beurteilung, um Qualitätskontrolle geht, besitzt das Projekt laut dem Gründer einen ganz anderen Ansatzpunkt als die scheinbar übermächtigen Konkurrenten. Mit Wikia Search, das im Laufe des Jahres in einer Beta-Version Online gehen soll, will er deshalb einen neuen Weg einschlagen. Das Hauptstichwort lautet: Offenheit.
Das oberste Ziel heißt Transparenz und deshalb werden alle Such-Algorithmen frei veröffentlicht werden. Die Nutzer der Suchmaschine sollen testen und optimieren können und verstehen lernen, wie die Internetseiten bewertet werden. Monatlich werden Hunderte von Millionen Dollar ausgegeben, um das Netz nach neuen Seiten abzusuchen und zu archivieren. Deshalb wird sich Wikia Search auf einen kleineren Umfang von Suchergebnissen beschränken müssen. Die große Herausforderung wird also darin bestehen, möglichst alle relevanten Begriffe, an die ein Nutzer auch nur denken könnte, zu beinhalten: Vom Rezept für Hüttenkäse bis zur Urlaubsplanung.
Zwar hat das Unternehmen von Wales in den vergangenen Monaten Kapitalspritzen in Höhe von mehreren Millionen Dollar erhalten, unter anderem auch vom Online-Kaufhaus Amazon, aber diese reichen nach Expertenschätzung kaum aus, um Google und Yahoo gefährlich zu werden. Skepsis ist auch angebracht, was die User-Beteiligung angeht. Immerhin handelt es sich bei Wikia Search um ein kommerzielles Projekt. Die Frage wird deshalb sein, ob sich überhaupt genügend User finden, die bereit sind, kostenlos Internetseiten für ein kommerzielles Projekt zu bewerten und dessen Suchindex zu pflegen.
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