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Deutschen besitzen keinen Draht zum drahtlosen Internet

am 29.12.2006, 22:32 Uhr

Viele Verbraucher nutzen die sogenannten WLAN-Funknetzwerke, wenn sie zuhause sind - nicht aber unterwegs. Denn die Preise sind vergleichsweise hoch und die Versorgung hat Lücken. Das wollen Unternehmen mit anderen und neuen Angeboten ändern.

Wenn es die Deutschen tun, dann nur in Szene-Cafés oder in den Wartehallen der Flughäfen oder im Warteraum der Bahn-Lounges für Erste-Klasse-Fahrer: Technik-Freaks und Geschäftsleute, die sich mit tragbaren Computern über drahtlose Funkzellen ins Internet einklinken. Als vor gut drei Jahren die „Wireless Lan"-Technologie (WLAN) auf den deutschen Markt kam, sagten Experten voraus, die lokalen Funknetze würde die Mobilfunktechnik UMTS verdrängen. Denn WLAN könne Daten um ein Vielfaches schneller übertragen und sei zudem billiger, weil die Investitionskosten niedriger ausfielen als beim Milliardengrab UMTS. Die Mobilfunktechnologie hat sich bisher sicher nicht zum großen Renner entwickelt. Doch auch WLAN hat UMTS nicht verdrängt. Die Funkzellen wie ihre Nutzer bleiben Ausnahmeerscheinungen.

Marktführer T-Mobile versucht nun als Erster, dies zu ändern. Die Telekom-Tochter hat die Zahl der öffentlichen Funkzellen von 6000 (Ende 2005) auf 8000 ausgebaut. Einer dieser sogenannten Hotspots deckt maximal einige Hundert Meter ab, meist deutlich weniger. Die Nutzerminuten nehmen zu, die Gewinnmarge stimmt - aber der Markt könnte deutlich größer sein. Wie groß der deutsche WLAN-Markt genau ist, ist unbekannt. Es gibt nur Anhaltspunkte: So gingen WLAN-Nutzer nach Informationen aus Branchenkreisen in diesem Jahr auf deutschen Bahnhöfen fünf Millionen Minuten lang ins Internet. Gemessen an gängigen Tarifen, resultierte daraus ein Umsatz von knapp 400 Mio. Euro - den sich T-Mobile und Deutsche Bahn AG teilen mussten. T-Mobile Deutschland erwirtschaftet Erlöse von neun Mrd. Euro pro Jahr.

Bis 2009 sollen sich die WLAN-Minuten auf den Bahnhöfen auf 15 Millionen verdreifachen. Die Bahn will dies offenbar auch dadurch erreichen, indem sie ihr Netz für andere Anbieter öffnet: Unter anderem für den Mobilfunk-Netzbetreiber Vodafone, dessen Festnetz-Tochter Arcor, und den unabhängigen Anbieter The Cloud. Der britische Wiederverkäufer setzt vor allem darauf, dass nicht nur Geschäftsleute, sondern auch die Nutzer interaktiver Computerspiele auf den WLAN-Zugang zurückgreifen.


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