Neue Sicherheitsrisiken durch Web 2.0
Vorsicht geboten ist mittlerweile auch bei Web 2.0-Angeboten wie zum Beispiel Multimedia-Communities, Internet-Tagebüchern (Weblogs) oder Diskussionsforen. Sicherheitsexperten zufolge haben viele Hacker ihre Attacken mittlerweile auf diese Nutzergemeinde fokussiert. Immer häufiger verbreiten sie über Web 2.0-Seiten Viren, Würmer und Trojaner, um die infizierten Privat-PCs anschließend für ihre Zwecke zu missbrauchen - etwa als Spam-Schleuder oder um Spionageprogramme einzuschleusen.
Die Gefahr, sich in den Foren, Weblogs und Communities eine Schaddatei einzufangen, ist laut den Wissenschaftlern des US-amerikanischen „Internet Storm Centers" (ISC) größer als etwa durch einen E-Mail-Anhang. Während eine E-Mail unsicheren Ursprungs immer noch ohne Konsequenz aus dem Postfach gelöscht werden kann, klicken die Teilnehmer von Web 2.0-Inhalten oft ohne nachzudenken auf Links, die in den Beiträgen anderer Teilnehmer hinterlegt sind. Dies machen sich mittlerweile immer mehr Hacker zunutze, indem sie dort, natürlich unter unverdächtigen Benutzernamen, Beiträge mit einem gefälschten Link hinein schmuggeln. Doch hinter dem Link kann sich, so die Warnung des ISC, durchaus eine Webseite verbergen, die bei ihrer Aktivierung sofort eine Schaddatei in den PC des Teilnehmers schickt.
Trotzdem nutzen die Hacker auch weiterhin vielfach den Verbreitungsweg E-Mail für ihre Aktivitäten - inklusive den Verheißungen der Web 2.0-Welt. So lockte kürzlich eine millionenfach versandte Spam-Mail mit dem Versprechen, der angehängte Link führe zu einem Amateurvideo auf „You Tube", in dem der Empfänger zu sehen sei. Anwender, die ihrer Neugier nachgaben, handelten sich beim Klicken des Links in der Mail prompt eine neue Variante des berüchtigten „Sturm Wurm" ein, der sich auf diese Weise in Windeseile verbreitete. Der ursprüngliche „Sturm Wurm" hatte im Januar mit Links zu angeblichen Sensationsbildern über die Auswirkungen des Organs „Kyrill" gelockt. Nach Schätzungen des Sicherheitsunternehmens F-Secure sind weltweit rund 1,7 Millionen Rechner mit dem „Sturm Wurm" infiziert.
Insofern wird es immer wichtiger, den PC mit guter Sicherheitssoftware auf dem allerneuesten Stand zu halten. Denn nur die aktuellsten Updates von Virenscanner, Anti-Spyware-Programm und Firewall können das System schützen, wenn etwa durch das Aufrufen einer Webseiten über einen Hyperlink plötzlich eine Schaddatei in den PC eindringen will. Außerdem gilt nach wie vor Regel Nummer zwei: Anhänge und Links in E-Mails unbekannter Herkunft niemals zu aktivieren, sondern diese Post unbesehen zu löschen.
Ähnliche News
- Deutschland ist „Phishing”-Hochburg
- Hightech-Markt in Deutschland wächst weiter
- Geisteranrufe in deutschen Handynetzen: Sie haben Post!
- Google und Yahoo: Werbe-Deal vor Rettung
- Internet-Verkehr 2020: Wer schneller sein will, muss mehr zahlen
Stichwörter
Letzte Meldungen
- Top 20 der Schadprogramme für November 2008
- Schon 10.000 Anwendungen fürs iPhone
- Wurm wütet trotz gepatchter Windows-Lücke
- Hitliste der Extremschädlinge für Oktober 2008
- „Klingelton-Unterricht" an britischen Schulen gestartet
- Poröses Silizium verbessert Lithium-Ionen-Akkus
- iPhone mischt mobilen Gamesmarkt auf
- Spam-E-Mails: Nur eine von 12,5 Mio. erfolgreich
- Sieger des Deutschen Internetpreises 2008
- Jedes sechste Smartphone stammt von Apple