DSL-Anbieter tricksen bei Angeboten!
Trotz vieler Schwächen finden Nutzer von schnellen DSL-Internet-Verbindungen bei der Deutschen Telekom laut "Stiftung Warentest" noch den besten Service. Die Konkurrenten von T-Online lassen Kunden länger in Warteschleifen hängen oder mogeln bei der Werbung für ihre Tarife, wie die Verbraucherzeitschrift "test" in ihrer neuen Juniausgabe berichtet. Besonders schlechte Noten erhalten die Telekom-Konkurrenten Versatel, Alice, Arcor und Freenet. Ärgern über den Service müssen sich aber alle rund 14 Millionen deutsche DSL-Kunden. Technisch dagegen bieten sämtliche Anbieter einen guten Standard.
Bei T-Online müssen Kunden im Call Center dem Test zufolge im Schnitt acht Minuten warten, bis sie durchkommen. Nur bei den Konkurrenten AOL und Versatel geht schneller jemand ans Telefon. Bei der Hansenet-Tochter Alice hängen die Kunden dagegen dem Test zufolge im Schnitt elf Minuten in der Warteschleife des Call Centers, bei Freenet sind es sogar 14 Minuten. Freenet lässt seine Kunden außerdem fast sieben Stunden auf technische Hilfe per E-Mail warten. Die schnellste E-Mail-Unterstützung bietet die Telekom. Bei allen Anbietern kann der E-Mail-Service aber auch simple Anfragen nicht befriedigend beantworten.
Sogar Bestellungen gingen verloren
Beim Telekom-Konkurrenten Alice gingen außerdem Bestellungen verloren. Außerdem wurden Freischalt-Termine ähnlich wie auch bei Versatel nicht eingehalten. Allerdings gehört Alice wie Versatel zu den Firmen, die bei der Freischaltung auf die Hilfe der Telekom angewiesen sind. Der TV-Kabel-Betreiber Kabel Deutschland, der inzwischen auch DSL-Anschlüsse verkauft, schickt als einziger Anbieter Techniker vorbei, diese sind jedoch laut Test oft überfordert. Auch das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) bewertete bei einem am Mittwoch veröffentlichten Test den Service aller Anbieter durchgehend als schlecht.
Laut "Stiftung Warentest" verschleiern die meisten Anbieter zudem die genauen Leistungen des Vertrags. Einzig T-Online biete im Internet eine einigermaßen genaue Auflistung des Angebots. Ansonsten werde oft wird bei den maximalen Geschwindigkeiten geflunkert oder Flatrates beworben, die dann nur Anrufe ins Festnetz enthalten. Bei fast allen Anbietern müssen die Kunden sich inzwischen für ein oder zwei Jahre an einen Anbieter binden. Einzig Alice, die Marke der Telecom-Italia-Tochter Hansenet, bietet Verträge, die monatlich kündbar sind.
Freenet will nicht Stellung nehmen
Eine Versatel-Sprecherin räumte ein, dass die Kunden des Unternehmens mit dem Service unzufrieden sind. Das Unternehmen habe deshalb jetzt unter anderem mehr Mitarbeiter in den Call Centern. Wie viele, konnte die Sprecherin nicht sagen. Ein Sprecher des Alice-Anbieters räumte ebenfalls Schwächen ein und verwies auf Verbesserungen. Kunden erreichten nun einen Betreuer für Störungen und müssten sich nicht mehr über eine automatische Abfrage gehen. Beim schlechtesten Test-Kandidaten Freenet war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
Derzeit bieten acht Anbieter einen schnellen DSL-Zugang ins Internet an. Dabei können die Angebote bei Arcor, Alice und Versatel auch mit Festnetzanschluss des jeweiligen Anbieters gebucht werden. Bei 1&1, AOL und freenet und T-Mobile muss jeweils der Festnetzanschluss der Deutschen Telekom mitgenutzt werden. Kabel Deutschland sowie die regionalen Kabelnetzbetreiber iesy (Hessen), ish (Nordrhein-Westfalen) und Kabel BW (Baden-Württemberg) bieten inzwischen ebenfalls DSL-Angebote über ihre Anschlüsse an.
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