Killerspiele droht härterer Index

Die Familienministerin will Minderjährige besser vor extrem gewalthaltigen Computerspielen und DVDs schützen. Der Plan sieht weniger Werbung, größere Altershinweise, geheime Testkäufe sowie eine Änderung der Bewertungskriterien vor - und soll bis Jahresende umgesetzt werden. Demnach sollen künftig nicht nur „Gewalt verherrlichende“, sondern auch „Gewalt beherrschte“ Spiele automatisch für Jugendliche verboten sein. Auch die Indizierungskriterien der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien würden erweitert, kündigte die CDU-Politikerin an.

So kämen Spiele mit „Mord- und Metzelszenen“ ebenso auf den Index wie solche, bei denen Gewaltanwendung mit „Leben sammeln“ oder Erreichen eines höheren Levels belohnt werde. Die Verkäufer von Computerspielen sollen ferner stärker als bisher durch deutlichere Jugendschutz-Hinweise auf Videos und DVDs zur Einhaltung der Verkaufsverbote angehalten werden.Das Sofortprogramm zum Jugendschutz sieht auch häufigere Testkäufe vor, um „schwarze Schafe“ unter den Video-Händlern aufzuspüren. Auf den Spiele-Verpackungen soll künftig der Jugendschutzhinweis wie auf Zigarettenschachteln klar und deutlich lesbar sein. Die jetzige Kennzeichnung sei viel zu klein und kaum zu lesen, rügte die Ministerin. Die Kassensysteme in den Videoläden sollen so ausgerüstet werden, dass sie dem Verkaufspersonal akustische oder optische Signale geben, wenn ein jugendgefährdendes Spiel über den Ladentisch geht.