Das neue Betriebssystem von Microsoft wird als höchst sicheres Produkt positioniert. Offiziell veröffentlicht wird Vista am 30. Januar 2007, die Frage ist jedoch, ob das angekündigte Sicherheitsniveau auch tatsächlich gehalten wird. Was genau bieten die Funktionen, die die Sicherheit der Anwender gewährleisten sollen? Sind sie dazu wirklich in der Lage?
Zweifelsohne ist Vista sicherer als die vorhergehenden Systeme von Microsoft. Ein System, in dem alles, bis auf den Zugriff auf bestimmte Sites, verboten ist, kann auch als absolut unantastbar angesehen werden.
Allerdings sind für die Mehrzahl der Benutzer einschneidende Beschränkungen, die das System geradezu steril erscheinen lassen, unannehmbar, ebenso wie ständige Bestätigungsanfragen oder Aufforderungen zur Passworteingabe für Aktionen, die vom System als „potentiell gefährlich“ eingestuft werden. Und genau das ist der Punkt, an dem sich das „fast völlig sichere“ System in ein „zunehmend verwundbares“ verkehrt.
Außerdem sollte man bedenken, dass der Mensch das schwächste Glied in jedem beliebigen Sicherheitssystem darstellt. E-Mail-Würmer sind noch nicht ausgerottet und verbreiten sich nach wie vor, ungeachtet der zahlreichen Warnungen von Sicherheitsexperten, verdächtige Anhänge in elektronischen Nachrichten auf keinen Fall zu öffnen. Wenn derartige Warnungen die Mehrzahl der User nicht davon abhalten, E-Mail-Anhänge zu öffnen, warum sollten sie dann anders mit Warnmitteilungen des Sicherheitssystems verfahren, das sie zum Beispiel auffordert, das Administrator-Passwort einzugeben? Und der Benutzer tendiert - wie schon vorher angeführt – dazu, ein Schutzsystem, das ihn mit einer Unmenge von Fenstern belästigt, abzuschalten.
Erschwerend kommt hinzu, dass – gerade auf Grund der Popularität von Microsoft – die gesamte Welt der Computer-Kriminalität sich auf die Suche nach einer Schwachstelle im System machen wird. Wir - als unverbesserliche Optimisten – berücksichtigen dabei nicht einmal, wie sich Microsoft vom Standpunkt der Sicherheit aus innerhalb vieler Jahre der breiten Anwendung bewährt hat. Die Sache ist die, dass die Anzahl und Qualität von Barrieren zum Schutz gegen Hacker keine besonders große Rolle spielen. Vielmehr stacheln sie den Forscherdrang der Online-Kriminellen nur noch weiter an. Was einzig eine Rolle spielt, ist die Tatsache, dass Hacker und Virenschreiber eine Verwundbarkeit suchen werden. Und wenn sie erst einmal angefangen haben zu suchen, werden sie auch fündig.