Netzagentur versteigert drahtlose Breitband-Frequenzen

Die Bundesnetzagentur hat am Dienstag damit begonnen, Frequenzen für zusätzliche schnelle drahtlose Internetzugänge zu versteigern. „Damit kann die Versorgung der Bevölkerung mit Breitbandanschlüssen verbessert werden", sagte Agenturpräsident Matthias Kurth in Mainz. Die neue Technologie firmiert unter dem Namen „Broadband Wireless Access" (BWA) und wird vor allem in ländlichen Regionen eingesetzt, in denen der Bau eines DSL-Netzes unwirtschaftlich wäre. Die Technik besitzt dabei den Vorteil, über Funkverbindungen kostengünstig schnelle Internetverbindungen zu generieren. Da gerade auf dem Land viele Nutzer vom DSL-Netz abgehängt sind und ebenfalls das Handy-Netz „UMTS“ hier Mangelware ist, kommt mit dem BWA Bewegung in den Markt für noch unerschlossene Marktregionen. Die Frequenzen sind dabei auf 28 Gebiete aufgeteilt. Für alle Frequenzbereiche zusammen liegt das Mindestgebot bei insgesamt etwa 60 Millionen Euro.

Das Bieterverfahren kann sich über mehrere Tage hinziehen. Dabei wird getrennt für die 28 Regionen und diverse Frequenzbereiche geboten. An den Bieterrunden beteiligen sich sechs Unternehmen: Deutsche Breitband Dienste GmbH, EWE TEL GmbH, Inquam Broadband GmbH, Televersa Online GmbH sowie aus Luxemburg Clearwire Europe und aus Italien MGM Productions Group. Einige dieser Unternehmen sind bereits mit regionalen Telefon- und Internetangeboten auf dem Markt präsent. Die Deutsche Telekom bietet dagegen bei diesem Verfahren überhaupt nicht mit.

„Ich vermute mal, dass das Unternehmen sagt, wir haben schon Breitbandzugänge über Festnetz oder wir setzen mehr auf UMTS und diese Technologie, die schon ausgebaut ist. Deshalb ist es ganz erfreulich, dass jetzt diese Technik von anderen Unternehmen und von neuen Wettbewerbern genutzt wird. Wir wollen ja den Wettbewerb beleben“, so Kurth weiter.

Im Gegensatz zur Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 werden keine Milliardensummen erwartet. Wie damals gehen auch die Erlöse aus der aktuellen Versteigerung an den Bund. Agenturpräsident Kurth sieht trotz des bestehenden vielfältigen Angebots von UMTS- und DSL-Verbindungen durchaus eine Chance für BWA: „Es gibt Verbraucher, die heute keinen Zugang zu Breitbandanschlüssen haben. Diese Gruppe wird mit BWA wahrscheinlich erstmals die Möglichkeit bekommen", sagte Kurth.