In der Nacht zum letzten Freitag ergatterten die ersten Fans in Europa die neue Nintendo-Spielekonsole Wii. In großen Städten wie Berlin, Paris, London oder Stockholm öffneten zum Verkaufsstart Punkt Mitternacht wenige ausgewählte Geschäfte, vor denen sich ab dem Abend schon sehr lange Schlangen gebildet hatten. Vier Millionen Wii-Konsolen bringt Nintendo bis Ende des Jahres weltweit auf den Markt. In den USA und Japan wurden bereits eine Million davon verkauft. Viele Fans in Europa hatten sich ihre Konsole bereits vor Monaten reserviert.
Die Besonderheit der Wii-Konsole ist eine absolute Neuheit: Eine drahtlose Fernbedienung mit Bewegungssensoren, die die Spieler vom Sofa holt: Der Controller, der einer TV-Fernbedienung ähnelt, lässt sich bei realitätsnahen Videospielen beispielsweise als Tennisschläger oder Schwert einsetzen. Mit diesem Konzept und dem im Vergleich zu anderen Spielekonsolen sehr günstigen Preis von 249 Euro will Nintendo auch Kunden gewinnen, die sich bislang wenig für Videospiele interessierten. Der Name Wii soll an der das englische "we" (wir) erinnern. Mit dem Werbespruch "Wii play together - Spielen wir zusammen" will Nintendo das Videospielen als Gemeinschaftserlebnis anpreisen. Nintendo will mit dem Wii nicht nur Hardcore-Gamer erreichen, sondern will ganz neue Zielgruppen erschließen. Im Gegensatz zu Xbox 360 und Playstation 3 setzt Nintendo dabei nicht auf pure Hardware-Power, stattdessen stand die Innovation im Vordergrund. Das macht sich auch im Preis bemerkbar: Wo Sony seine neue Konsole aufgrund der verbauten High-Tech-Komponenten für horrende 599 Euro verkauft, startet der Wii für moderate 249 Euro inklusive Spiel.
In den frühen 1990er Jahren war Nintendo der Klassenprimus auf dem Konsolenmarkt. Im Wohnzimmer stand das Super Nintendo, unterwegs waren Gameboys in fast jeder Jackentasche. Seither hat sich viel geändert. Im Gegensatz zu den heutigen Marktführern Microsoft und Sony mit der Xbox 360 und Playstation 3 setzt Nintendo mit der neuen Konsole dabei auf keine reinen Daddler, sondern bringt den gemeinsamen Spielegedanken mit ein.