Springer greift mit Bild.de an

Nach rund sechsmonatiger Entwicklungszeit hat Axel Springer einen komplett überarbeiteten Online-Auftritt für „Bild" gestartet. Das Unternehmen hat in den Relaunch einen zweistelligen Millionenbetrag investiert und sich zum Ziel gesetzt, schon in wenigen Monaten Marktführer Spiegel Online nach Zugriffs- und Nutzerzahlen zu überholen. Möglich wurde die radikale Änderung des Online-Auftritts durch die Beendigung des Joint Ventures mit T-Online. Bislang hatte Springer lediglich einen Zuliefervertrag, auf der Bild.T-Online-Seite herrschte ein flimmerndes Chaos, das vor allem von Erotikangeboten dominiert war.

Die Erotik werde nun stark zurückgefahren, betont Manfred Hart, Chefredakteur von Bild.de. Künftig gebe es keine schlüpfrigen Geschichten mehr. Stattdessen den von der Bild Zeitung gewohnten Mix aus exklusiven Stories, viel People, Sport und Unterhaltung, mit einer klaren Navigation und vielen Bewegtbild-Angeboten. Hart will sich inhaltlich künftig eng mit Kai Diekmann, dem Chefredakteur der „Bild"-Zeitung, abstimmen, mit dem er bereits jahrelang zusammen gearbeitet hat.

Bild.de wurde komplett im eigenen Haus im so genannten „Innovation Lab" entwickelt, einer Erfindung von Philip Welte, dem Vorstandschef von Bild.T-Online. Auf die Hilfe von Agenturen hat Welte bewusst verzichtet, um nach dem Start der Site die Abhängigkeiten von Fremddienstleistern so gering wie möglich zu haltern.

Im nächsten Jahr soll Bild.de einem erneuten Relaunch unterzogen werden. Im Frühjahr soll die Site den Sprung ins Web 3.0-Zeitalter schaffen. Um sämtliche Ressorts werden Commmunities gestrickt und verschiedene Regionalisierungsstufen eingerichtet. Philip Welte will dafür noch einmal einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Nach Weltes Auskunft werden im nächsten Jahr für Bild Digital, wie das Unternehmen dann vermutlich heißen wird, rund 150 Mitarbeiter tätig sein.