Wer bislang an Artikeln von Wikipedia feilte, konnte sich hinter seiner Anonymität verstecken. Leser konnten zwar sehen, dass Einträge verändert worden waren, aber nicht, durch wen.
Lediglich ein schwer identifizierbarer Zahlencode, die IP-Adresse, ließ vage Rückschlüsse auf den Autor zu. Mit dieser Anonymität ist es jetzt vorbei, jedenfalls teilweise: Virgil Griffith, ein Computerspezialist aus Kalifornien, hat eine Software entwickelt, mit der sich zuordnen lässt, zu welcher Institution bestimmte IP-Adressen gehören.
Einige Manipulationen, die Griffith mit seinem „Wikipedia Scanner“ bereits zutage förderte, haben es in sich. In einem Eintrag zu Diebold, einer Firma, die Wahlautomaten herstellt, fehlte plötzlich ein bedeutender Aspekt: Der Chef hatte im Wahlkampf große Summen an George W. Bush gespendet. Hinter der Manipulation, so fand Griffith heraus, stand ein Diebold-Mitarbeiter. Wal-Mart korrigierte Angaben zur Bezahlung seiner Angestellten. Und der Ölmulti Chevron Texaco bewies, dass er wenig Gespür für Geschäftsfelder der Zukunft hat. Er löschte den Eintrag über Biodiesel.